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Besteuerung von Kapitallebensversicherungen

Grundlage für diese Informationen ist ein Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen an die Obersten Finanzbehörden der Länder vom 1. Oktober 2009. In diesem Schreiben werden die Details zur steuerlichen Behandlung von Erträgen aus Kapitallebensversicherungen und ähnlichen Verträgen geregelt.

Einen Überblick über die Regelungen geben die folgenden Informationen.

Policen, die vor 2005 abgeschlossen wurden

  • Fällige Verträge sind generell steuerfrei.
  • Erfolgt eine schädliche Verwendung (z. B. Kündigung vor Ablauf von 12 Jahren), fällt Abgel-tungsteuer auf die rechnungsmäßigen Zinsen an.
  • Gewinne aus dem Verkauf einer Police sind steuerfrei, wenn auch zum gleichen Termin keine Abgeltungsteuer anfallen würde. Würde in diesem Fall ein Verlust entstehen, kann dieser nicht mindernd angesetzt werden.
  • Gewinne (Verkaufserlös - eingezahlte Prämie) bei einer schädlich verkauften Police unterliegen der Abgeltungsteuer. Verluste gelten in diesem Fall als negative Kapitaleinnahmen und werden mit anderen Kapitaleinkünften verrechnet.

Policen, die ab 2005 abgeschlossen wurden

Erträge aus den folgenden Versicherungen, die nach dem 31.12. 2004 abgeschlossen wurden,  unterliegen der Besteuerung nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG:

  • kapitalbildenden Lebensversicherungen,
  • Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht, soweit nicht die (lebenslange) Rentenzahlung gewährt wird,
  • Kapitallebensversicherungen mit Sparanteil,
  • Unfallversicherungen mit garantierter Beitragsrückzahlung.

Entscheidend ist in jedem Fall, dass die Beitragsrückzahlung garantiert ist. Die Verträge müssen also einen Sparanteil enthalten. Außerdem muss der Steuerpflichtige die Versicherungen im Privatvermögen halten.

Bei diesen Versicherungen setzt sich der Versicherungsbeitrag zusammen aus einem

  • Kostenanteil (Abschluss-, Verwaltungs- und Inkassokosten),
  • Risikoanteil(Leistung bei Eintritt des Todes oder bei einem Unfall),
  • Sparanteil(dient der Finanzierung der Erlebensfallleistung).

 

1. Kündigung oderFälligkeit bei Laufzeit >12 Jahre und Alter > 60 Jahre (ab 2012 62 Jahre)

  • Die Versicherungsgesellschaft zieht bei der Auszahlung von der Differenz zwischen der Auszahlung und der Summe der bis dahin eingezahlten Prämien (positive Kapitaleinnahmen) Abgeltungsteuer ein.
  • Die positiven Kapitaleinnahmen unterliegen mit 50 % dem individuellen Steuersatz.
  • Über die Veranlagung erfolgt die Korrektur zwischen einbehaltener Abgeltungsteuer und zu zahlender individueller Steuer.

 

2. Kündigung oderFälligkeit bei Laufzeit <12 Jahre und Alter < 60 Jahre (ab 2012 62 Jahre)

  • Die Differenz zwischen der Auszahlung und der Summe der Prämien unterliegt dem pauschalen Abgeltungsteuersatz von 25 %, unabhängig von der eigenen Progression und der Höhe der Kapitaleinnahmen.
  • Negative Kapitaleinnahmen sind nur im Rahmen des § 20 EStG (Kapitaleinkünfte) verrechenbar. Dies erfolgt in der Regel nur über das Finanzamt, denn bei der selben Versicherung fallen im Normalfall keine Einnahmen an.

Verkauf mit Gewinn

  • Das Versicherungsunternehmen hält keine Abgeltungsteuer ein, meldet den Vorgang aber an das Wohnsitzfinanzamt des Veräußerers.
  • Der Gewinn wird beim Wohnsitzfinanzamt mit 25 % Kapitalertragsteuer besteuert. Das Halb-einkünfteverfahren findet keine Anwendung, selbst wenn die Laufzeit- und Altersbedingungen erfüllt sind.

Verkauf mit Verlust

  • Der Verlust kann als negative Kapitaleinnahme mit Rahmen des § 20 EStG (Kapitaleinkünfte) verrechnet werden.