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“Spread Ladder Swaps” : Wetten gegen die Bank

Dies ist der Versuch, ein Tauschgeschäft (Swap) zu erklären, das vielen Kommunen während der Finanzmarktkrise große Verluste einbrachte. Eigentlich sollte es für die Haushalte der Dukatenesel werden, der fleißig Geld sch…

Inzwischen gibt es ein höchstrichterliches Urteil, das die Deutsche Bank verurteilte,  540.000 EUR Schadenersatz an ein mittelständisches Unternehmen zu zahlen, weil die Bank ihre Beratungspflicht verletzt hatte. (Az.: XI ZR 33/10).

Wie funktionierte dieses Geschäft nun? Es handelt sich um eine Wette auf die Entwicklung der Zinsen.

Beispiel: Ein Kunde wettet, dass sich die Differenz zwischen Zehn-Jahres-Zinssatz und Zwei-Jahres-Zins deutlich ausweitet, wie es ihm die Bank vorhergesagt hat. Für gewöhnlich liegt der längerfristige Zins auch über dem für kurze Laufzeiten.

Die Bank verpflichtete sich für eine Laufzeit von fünf Jahren drei Prozent Zinsen zu zahlen; berechnet auf einen fiktiven Anlagebetrag von zwei Millionen EUR.

Pro Jahr sollen dem Kunden 60.000 EUR gut geschrieben werden. Die erhält er natürlich nicht umsonst. Der Anleger verpflichtet sich gegenüber der Bank zu variablen Zahlungen, die sich aus einer mathematischen Formel ergeben. Für das erste Jahr ist noch ein fester Zinssatz von 1,5 Prozent vereinbart, berechnet wiederum auf den fiktiven Betrag von 2 Millionen EUR:

- Der Kunde hat folglich 30.000 EUR zu bezahlen.

- Gutgeschrieben wurden ihm 60.000,00 EUR.

- Ihm bleibt ein garantierter Gewinn von 30.000 EUR im ersten Jahr.

Ab dem zweiten Jahr kommt nun die Formel zum Einsatz. Dann errechnet sich daraus folgender zu zahlender Zinssatz: 4,5 Prozent (3 % + 1,5 %) minus dreimal der Zinsabstand.

Last des Kunden = Zinssatz des Vorjahres - 3 x Zinsdifferenz

Je höher die Zinsdifferenz, desto weniger muss der Kunde folglich bezahlen, im besten Fall gar nichts (Zinsdifferenz 1,5 %). Ihm blieben in diesem Fall also 60.000 EUR Gewinn.

Gleichen sich aber kurzfristiger und langfristiger Zins an, wird die Sache gefährlich:

Für den Abstand Null muss der Kunde 90.000 EUR („4,5 % - 3 x 0 %“ von 2 Millionen EUR) an die Bank zahlen. Ihm entstünde ein Verlust von 30.000 EUR.

Verheerend wird es im Fall einer sogenannten inversen Zinsstruktur (kurzfristiger Zins höher als langfristiger). Dann steigt und steigt der Verlust für den Anleger. Durch die Konstruktion der Formel schaukeln sich die Verluste schnell hoch. Die Höhe ist „theoretisch unbegrenzt“, wie es im Verkaufsprospekt hieß. Und genau diese Situation ist während der Finanzmarktkrise eingetreten.

Last des Kunden = Zinssatz des Vorjahres+ 3 x Zinsdifferenz

Würde die Zinsdifferenz z. B. – 1 % betragen, müsste der 7 % von 2 Millionen EUR zahlen, also 140.000,00 EUR. Sein Verlust würde also 80.000,00 EUR betragen.

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