Die Bürgschaft

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Die Bürgschaft ist ein Vertrag, bei dem der Bürge verpflichtet ist, die Verbindlichkeiten bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners zu übernehmen. Bürgschaften sind bei Privatkunden selten der Fall, häufiger treten sie im Bereich Geschäfts- und Firmenkunden auf.

 

Die drei häufigsten Bürgschaftsarten sind:

  • Einfache Bürgschaft

Der Bürge ist erst dann zur Zahlung verpflichtet,wenn bereits eine Zwangsvollstreckung des Gläubigers gegen den Schuldner erfolgt ist und diese erfolglos war. Der Bürge kann die sog. “Einrede der Vorausklage” (s. u.) geltend machen.

 

  • Selbstschuldnerische Bürgschaft

Der Gläubiger kann den Bürgen jederzeit nachFälligkeit der Schuld zur Zahlung auffordern, da die Einrede der Vorausklage ausgeschlossen ist.

 

  • Ausfallbürgschaft

Der Ausfallbürge wird vom Gläubiger für den Ausfallin Anspruch genommen, wobei dieser auf den Teil begrenzt ist, der nach Verwertung der übrigen Sicherheiten des Schuldners verbleibt.

Der Ausfallbürge hat bis zur Verwertung dieser noch vorhandenen Kreditsicherheiten das Recht der Einrede der Vorausklage.

Die Kreditgarantiegemeinschaft des bayerischen Handwerks übernimmt für in die Handwerksrolle eingetragene Handwerksbetriebe bis zu 80%ige Ausfallbürgschaften.

 

Beispiel Einfache Bürgschaft:

Der Sohn beabsichtigt die Gründung eines Unternehmen.

Die Bank macht die Gewährung des Darlehens an den Sohn davon abhängig, dass der reiche Vater eine Bürgschaft übernimmt.

Der Vater bürgt daraufhin für die Darlehensforderung der Bank an den Sohn.

Der Sohn und der Vater vereinbaren für den Fall einer Inanspruchnahme des Vaters, im Rahmen eines Schenkungsvertrages, dass der Sohn dem das Geld nicht erstatten muss.

 

Einrede der Vorausklage

Der Bürge kann die Befriedigung des Gläubigers verweigern, solange nicht der Gläubiger eine Zwangsvollstreckung gegen den Schuldner ohne Erfolg versucht hat (Einrede der Vorausklage). Erhebt der Bürge die Einrede der Vorausklage, ist die Verjährung des Anspruchs des Gläubigers gegen den Bürgen gehemmt, bis der Gläubiger eine Zwangsvollstreckung gegen den Hauptschuldner ohne Erfolg versucht hat.