Dispositionskredit

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Der Dispositionskredit ist ein auf dem Kontokorrentkonto eingeräumter Überziehungskredit nach § 504.

 

Abwicklung desDispositionskredits

  

  Ø  Der Kreditvertrag, der auch formlos geschlossen werden kann, enthält die Vereinbarungen, dass das Kreditinstitut bis zur festgesetzten Kreditgrenze Zahlungen aus dem Privatgirokonto leistet.

 

  Ø  Kontoverfügungen sind Überweisungsaufträge, Scheckziehungen, Lastschriftabbuchungen,       Barabhebungen usw.

  Ø  Kreditrückführungen erfolgen durch Überweisungseingänge, Scheckgutschriften, Barzahlungen usw.

  Ø  Mit der Abschlussrechnung werden die Zinsen und andere Kosten kapitalisiert.       Abschlussrechnungen können nicht kürzer als vierteljährlich erfolgen(§493 BGB Überziehungskredit).

 

Der Dispositionskredit wird überwiegend auf Initiative des Kreditinstituts ohne formellen Kreditantrag des Kunden gewährt. Häufig teilt das Kreditinstitut dem Kunden auf dem Kontoauszug mit, dass ihm ein Überziehungskredit in einer bestimmten Höhe gewährt wird. Aufgrund der Vorschriften zu Fernabsatzverträgen, lassen manche Banken ihre Kunden einen Vertrag unterzeichnen.

 

Ein bestimmter Verwendungszweck und regelmäßige Tilgungszahlungen werden nicht vereinbart. Er wird vielmehr für den laufenden Zahlungsverkehr des Kunden in Anspruch genommen.

 

Die Kredithöhe ist in der Regel abhängig von der Höhe des regelmäßig auf dem Konto eingehenden Nettoeinkommens. Häufig wird dem Kunden das Dreifache seines Nettogehalts als Verfügungsrahmen eingeräumt. Durch die regelmäßigen Gehaltseingänge wird die Überziehung meistens ganz oder teilweise wieder abgedeckt. Dadurch kann der Kunde auf unvorhergesehene Ausgabe flexibel reagieren.

 

Man unterscheidet  3 Dispositionsarten:

 

  Ø  Lohn- und Gehaltskonten: z. B. dreifache Höhe des Nettoeinkommens

 

  Ø  Mieteingangskonten:          z. B. einfache Höhe der monatlichen Kaltmiete

 

  Ø  Studentenkonten:                z. B. maximal 500,00€ bei regelmäßigen Geldeingang,

                                                         wie Bafög oder Unterstützung der Eltern

 

Kosten für einen Dispositionskredit

Für einen eingeräumten Dispositionskredit berechnen Kreditinstitute Zinsen zu einem relativ hohen variablen Zinssatz auf den jeweiligen Sollsaldo.

Weitere Kosten werden nicht in Rechnung gestellt.

Das Kreditinstitut verlangt Entgelte, die auch für jedes mit Guthabensaldo geführte Girokonto berechnet werden:

  Ø Grundpreis für die Kontoführung,

  Ø Entgelte für Buchungsposten,

  Ø  Entgelte für Kontoauszüge,

  Ø Portoauslagen.

 

Für die Gewährung des Dispositionskredites ist die persönliche Kreditwürdigkeit des Kunden die wichtigste Voraussetzung.

 

Die materielle (wirtschaftliche) Kreditwürdigkeit ist gegeben, wenn die Einkommens- und Vermögensverhältnisse sowie ein sicherer Arbeitsplatz des Kunden gewährleisten, dass der Kredit zurückgezahlt werden kann.

 

Geduldete Überziehung

 

Wenn der Kreditnehmer den eingeräumten Überziehungskredit übersteigt und die Bank dies genehmigt, spricht man von einer geduldeten Überziehung nach § 505. Hierbei ist der Sollzinssatz höher als beim Dispositionskredit.